Geschichte des Schloss Furth bei Landshut
Nach dem Aussterben der Ritter de Furte um die Mitte des 13. Jahrhunderts hatte das Geschlecht der Kärgl die Herrschaft in
Furth inne.
Unter ihnen, die bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts Herren von Furth waren, durfte das Schloss an seinem heutigen Standort
errichtet worden sein, eine Weiherburg inmitten Furths. Gemauert, dreigabig wurde es erstellt, von zinnenreichen Mauern und
festen Türmen bewehrt und einen breiten Weihergraben umflossen, über eine Brücke durch den mächtigen Torturm zu betreten,
während seitwärts um einen großen Hofraum Bräuhaus und Ökonomiegebäulichkeiten entstanden.
Mit dem Tode Karl Kärgls (1615) endet die über dreijahrhundertjährige Herrschaft dieses Geschlechtes auf der Hofmark Furth.
Das Schloss kam an die Tochter Karls, Margaretha, die 1602, Christoph von Reitzenstein zu Wildenau geheiratet hatte. Margaretha
starb 1637 inmitten der Wirren des Dreisigjährigen Krieges, der das Land um Furth schwer heimsuchte.
Reitzenstein heiratete in zweiter Ehe Maria Anna von Flizing, die nach dem Tode Christophs 1640 den Reichsgrafen Franz Anton
von und zu Lodron ehelichte. Unter den Grafen von Lodron setzte eine rege Bautätigkeit ein. Das Schloss wurde in altem Glanze
wieder hergestellt, der Teil gegen die Kirchenbrücke neu aufgebaut, die Ökonomiegebäude erfuhren eine Erweiterung. 1723 stand
das Schloss noch mit zinnengekrönter Ringmauer, hohen Turm und Graben.
1753 erstand die Altöttingkapelle unter Georg, Anton von Lordon, der 1755 verstarb. Josef Anton von Lordon starb 1775, sein Sohn Hieronymus zeigte kein Interesse an Furth, durch Kauf ging 1781 der Besitz auf Ferdinand Baron von Wadenspann über, der 1796 verstarb. Wadenspanns Tochter war mit Max Freiherr von Hornstein verheiratet, ihre Tochter Franziska Freiin von Hornstein vermählte sich mit Graf Sigismund von Buttler. Die Ehe blieb kinderlos, so erhielt 1818 der jüngere Bruder der Baronin Ferdinand Anton von Hornstein, durch Vertrag den Further Besitz. Große Umbauten gaben den Schloss eine neue Gestalt, große Säle helle Zimmer und einfache Fronten, eine glasüberdachten Innenhof mit dicken Pfeilern.
Am 21. 2. 1875 verstarb Ferdinand Anton, sein Sohn Matthäus übernahm Furth. Das hochgelegene Erdgeschoss, einst Büroraum, wurde als Wohnraum umgestaltet, der Schlossweiher aufgefüllt, die Maueren und Türme niedergelegt. Matthäus hatte 1878 die Bierbräuerstochter Philomena Rauchenecker von Hohenthann geheiratet, die nach dem Tode ihres Mannes 1901 die Besitzungen verwaltete.
Mit Testament vom 16. 4. 1936 vermachte sie das Schloss an den Bischöflichen Stuhl von Regensburg. Bischof Michael konnte das Erbe erst 1945 antreten. 1946 wurde das Schloss an den Caritasverband für die Diözese Regensburg verpachtet, der es zunächst als Altenheim für Heimatvertriebene und Flüchtlinge nutzte.
Das Haus wurde 1970 von der Bischöflichen Stiftungsadministration durch den Caritasverband unter dem Vorsitz Domdekan Prälat Hermann Grötsch und Diözesan- Caritasdirektor Walter Siegert käuflich erworben.
Die 1977 folgenden Sanierungsarbeiten und ein damit verbundener Erweiterungsbau wurden 1979 abgeschlossen, deren kirchliche Segnung durch S. Exzellenz den Hochwürdigsten Herrn Weihbischof Karl B. Flügel, den Vorsitzenden des Caritasverbandes für die Diözese Regensburg, am 8. Dezember 1979 erfolgte.

